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bei der Ev. St. Georgsgemeinde Steinbach (Ts.)

 
 
 


Die St. Georgskirche in Steinbach (Ts.)

Die Evangelische St. Georgskirche in Steinbach, die diesen Namen 2001 erhielt, aber heute bei vielen noch als „St. Georgskapelle“ bekannt ist, stellt eine fast unverändert in ihrer barocken Form erhaltene typische protestantische Predigerkirche dar. Ein besonderes Kleinod ist die barocke Stumm-Orgel,die ursprünglich 1767 von Johann Michael Stumm für die Gemeinde Sprendlingen in Rheinhessen gebaut, 1834 den Weg nach Steinbach fand. Für einen Besuch empfiehlt deshalb die Gemeinde den sonntäglichen Gottesdienst um 10:00 Uhr, da nur dann auch der Klang dieses nahezu unverändert gebliebenen Meisterwerks zu hören ist.

1371 wurde die St. Georgskirche erstmals urkundlich erwähnt. Frank von Kronberg bestimmte testamentarisch 40 Gulden, "die Kirchen in Steinbach wieder zu machen". Das bedeutete, dass dieser Kirchenbau zu dieser Zeit von Grund auf zu überholen und deshalb mindestens einhundert Jahre alt war.



 


St. Georgskirche Steinbach (Ts.) - UrkundeAus diesem Grunde ist das Baujahr in der Zeit um 1270 anzunehmen. Das genaue Baujahr ist unbekannt. Man nimmt an, dass von diesem Geld das Dach erneuert wurde. Zusätzlich wurde das Mauerwerk von 3,20 Meter auf ca. 5 Meter aufgemauert und Fachwerkelemente abgerissen. Die Kirche war zu dieser Zeit eine „Filiale“ der Gemeinde in Eschborn, sie hatte kein Taufrecht, kein Copulationsrecht (Eheschließung) und wahrscheinlich auch kein Bestattungsrecht.

Die Größe dieser ersten Kirche ist an der Baunaht in der Südwand abzulesen, in dem auch drei kleinere romanische Fenster außen im Mauerwerk erkennbar sind, die sich zum Teil im Innenputz abzeichnen. Ein kleines romanisches Fenster ist in der Nordwand erhalten geblieben. Die Eichenholzsäule unter der Westempore deutet darauf hin, dass damals auch ein Dachreiter aufgesetzt wurde.

Im Zuge der Reformation wurde Steinbach 1526 lutherisch. Das Jahr der Erwähnung der Kirche im Rentbuch des Caspar von Kronberg als „St. Georgskapelle“ 1538 galt lange Zeit als Jahr des Baus der Kirche. Die Verpfändung Steinbachs durch Graf Christoph von Stolberg-Königstein an die Grafen Hanau-Münzenberg im Jahre 1578 führte 1596 zum Erwerb Steinbachs durch die reformierten Hanauer Grafen, Steinbach blieb trotzdem lutherisch und eben protestantisch, auch wenn alle umliegenden Ortschaften im Rahmen der Gegenreformation zum katholischen Glauben zurückkehrten.

Ev. St. Georgkirche Steinbach (Ts.) Innen

Von 1702 bis 1721 wurde die Kirche durch Anbau des Chors, Erhöhung des gesamten Schiffs und Einbau der Emporen erweitert und erhielt damit ihre jetzige Form. In den heute noch zu sehenden Dachreiter wurde die 1699 von Johannes Schneidewindt in Frankfurt am Main gegossene St. Georgsglocke eingebaut. Den Dachstuhl bilden fünf Sprengwerke, welche die Decke über dem Schiff tragen. Im mittleren Bogenstück des südlichen Eingangsportals ist die Jahreszahl 1712 zu sehen. Senkrechte und waagerechte Baunähte sind in der Südwand deutlich zu erkennen,

Ev. St. Georgskirche - Suedwand Mauerwerk

in der West-und Nordwand zeichnet sich nur die waagerechte Baunaht ab, die senkrechte in der Nordwand ist durch den Sakristeianbau von 1960 verdeckt.

Die Kanzel wurde 1743 eingeweiht und nicht wie auf der Inschrift unter dem Bild König Davids angegeben 1748. Von 1747 bis 1748 wurden drei Fenster in der Südwand vergrößert, die übrigen Fenster vermauert, um den Raum für Mitwirkung der Gottesdienstbesucher bei der Liturgie und durch Gesang mit Tageslicht zu erhellen.

1867 blieb Steinbach nach dem Sieg Preußens im Krieg gegen Österreich bei Hessen, und zwar als Enklave im preußischen Gebiet. Dieser Status entfiel erst 1948. Bis dahin gehörte Steinbach politisch zum Landkreis Offenbach und kirchlich zum Dekanat Offenbach.

Ev. St.Georgskirche Steinbach (Ts.)
1901 wurde die Kirche grundlegend renoviert, drei Jahre danach ein Heizofen aufgestellt und ein Kamin an der Nordwand gebaut. Die von der Firma Rincker gegossene St. Johannesglocke wurde 1956 eingeweiht. 1960 baute man eine Sakristei an und vier Gasheizgeräte ein. Im Jahre 1962 fand wieder eine Renovierung der Kirche statt und 1987 anlässlich der Feier des seinerzeit angenommenen 450jährigen Bestehens der Kirche abermals.

1991 erfolgte der Anbau einer behindertengerechten Toilette. 1997 wurde die Warmwasserheizung installiert, im Jahr darauf eine Rampe vor der Kirche, und wieder ein Jahr später eine Beleuchtung des Dachreiters installiert. 2001 gab man der Kirche der Name Evangelische St. Georgskirche. 2002 folgte die Restaurierung des 1871 von der Firma Ritsert & Söhne gebauten Turmuhrwerks, das man schließlich im großen Saal des Ev. Gemeindehauses aufstellte. Die Turmuhr wird heute elektrisch angetrieben.

2008 und 2009 wurden umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten vorgenommen. Alle Kirchenfenster wurden erneuert und der Innenputz wieder mit dem Mauerwerk durch Hinterpressen verbunden, da sich dieser gelöst hatte. Zudem wurde die aufgestrichene Dampfsperre aus den 80er Jahren entfernt und die Innenflächen der Kirche neu angelegt und komplett gereinigt. Die Kirche wurde am 4. April 2009 wiedereröffnet.

Auf dem Außengelände der St.Georgskirche wurde die Kirchhofmauer aufwändig restauriert und zur Zeit laufen die Planungen für die Gestaltung der Außenanlagen um das Kirchengebäude.